Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat am Montag mitgeteilt, dass seit Anfang Juli Kampfhandlungen in der Stadt Pokkoku in der Region Magway in Myanmar nach vorläufigen Angaben zur Vertreibung von über 20.000 Menschen geführt haben sollen. Diese neuen Vertreibungen kommen zu den rund 80.000 Menschen hinzu, die bereits seit Mai aus dem Gebiet geflohen sind.
In einem aktuellen Bericht vom Montag betonte OCHA die dringende Notwendigkeit, Zivilisten zu schützen, die aus ihren Häusern fliehen, angesichts von Berichten über eine Eskalation der Militäroperationen in der Region. Das humanitäre Amt bekräftigte, dass alle Parteien die Zivilbevölkerung schützen und einen sicheren, dauerhaften und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht gewährleisten müssen.
Trotz schwindender Finanzmittel, unsicherer Lage und Zugangsproblemen arbeiten Hilfsorganisationen daran, die Bedarfslage der Menschen zu erfassen und darauf zu reagieren. Myanmar ist nach wie vor Schauplatz einer der schwersten humanitären Krisen weltweit, auch wenn sie von der internationalen Öffentlichkeit weitgehend ignoriert wird. Mehr als 16 Millionen Menschen benötigen in diesem Jahr Hilfe und Schutz, darunter etwa 5 Millionen Kinder.
Die humanitäre Notlage ist geprägt von anhaltenden bewaffneten Konflikten, weit verbreiteter Vertreibung, Menschenrechtsverletzungen, schwerwiegender wirtschaftlicher Erschütterung und wiederholten Naturkatastrophen. Der Hilfebedarf in Myanmar ist seit dem Militärputsch vor fünf Jahren dramatisch gestiegen – eine Situation, die durch das verheerende Erdbeben, das das Land im Jahr 2025 erschütterte, zusätzlich verschärft wurde.
Rund 5,3 Millionen Menschen aus Myanmar haben ihre Heimat verlassen müssen. Von ihnen gelten schätzungsweise 3,8 Millionen als Binnenvertriebene, und etwa 1,5 Millionen haben in Nachbarländern Zuflucht gesucht. Für die fast 1,2 Millionen in Bangladesch lebenden Rohingya-Flüchtlinge bleibt eine sichere Rückkehr nach Myanmar unmöglich, solange der Konflikt im Land weiter tobt.
Die Kämpfe betreffen den größten Teil des Landes und gelten als einer der tödlichsten Konflikte weltweit. Heftige Kämpfe und Vertreibungen beeinträchtigen weiterhin die nordwestlichen und südöstlichen Regionen, darunter Magway, Sagaing, Chin, Bago und Kayin. Unterdessen sind die Bundesstaaten Rakhine, Shan und Kayah dem anhaltenden Risiko von Luftangriffen und bewaffneten Zusammenstößen ausgesetzt.
Während humanitäre Organisationen daran arbeiten, Leben zu retten, übersteigt der Bedarf weiterhin die verfügbaren Ressourcen. Von den 890 Millionen US-Dollar, die für die Hilfsmaßnahmen im Jahr 2026 benötigt werden, um 4,9 Millionen Menschen in Myanmar lebensrettende Hilfe und Schutzmaßnahmen zukommen zu lassen, sind bisher nur 387 Millionen US-Dollar eingegangen – weniger als 44 Prozent des benötigten Betrags.