Millionen von Kindern sind vom Tod bedroht, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen zur Bekämpfung der weltweiten Hunger- und Ernährungskrise ergriffen werden, warnen sechs der weltweit größten Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich für Kinder einsetzen. In einer gemeinsamen Stellungnahme heute erklärten Plan International, Save the Children International, World Vision International, SOS Children's Villages International, Terre des Hommes und ChildFund Alliance, dass Regierungen und Geber dringend handeln müssen, um den massiven Verlust von Menschenleben zu verhindern und Millionen von Kindern vor lebenslangen negativen Folgen zu schützen.
Die verheerende Dürre in Somalia hat ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht: In dieser Woche wurde die millionste durch die Dürre vertriebene Person registriert. Dies geht aus den heute vom Norwegian Refugee Council (NRC) und dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) gemeinsam veröffentlichten Vertreibungszahlen hervor. Mehr als 755.000 Menschen sind in diesem Jahr aufgrund der schweren Dürre innerhalb Somalias vertrieben worden, womit sich die Gesamtzahl seit Beginn der Dürre im Januar 2021 auf 1 Million Menschen erhöht hat.
Die deutsche Hilfsorganisation Welthungerhilfe warnt, dass die Zahl der Hungernden weltweit steigt und gleichzeitig die Nahrungsmittel- und Transportpreise explodieren, so dass sich die Hungerkrisen global weiter ausweiten. Nach Angaben der Organisation hat sich Lage insbesondere am Horn von Afrika zugespitzt, wo 17 Millionen Menschen derzeit nicht mehr genug Nahrung zur Verfügung haben. In Äthiopien, Somalia und Kenia herrscht die schlimmste Dürre seit 40 Jahren.
Laut dem Bericht "State of Food and Nutrition in the World 2022" (SOFI) hungerten im Jahr 2021 bis zu 828 Millionen Menschen. Die Studie zeichnet ein düsteres Bild der weltweiten Ernährungssicherheit. Konflikte, Klimaextreme, wirtschaftliche Schocks und wachsende Ungleichheiten haben dazu geführt, dass eine noch nie dagewesene Zahl von Familien in den Hunger getrieben wird.
Die Zahl der Hungernden weltweit ist nach wie vor alarmierend hoch. Mindestens 37 Millionen Menschen sind von Hungersnot bedroht oder leiden bereits unter Hungersnot. Die Welt produziert mehr als genug Nahrungsmittel, um die Weltbevölkerung zu ernähren, doch mehr als acht Prozent der Menschen weltweit leiden dennoch Hunger. Im Jahr 2024 waren zudem mehr als 295 Millionen Menschen weltweit von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen und benötigten dringend humanitäre Hilfe, wobei bewaffnete Konflikte die Hauptursache für akuten Hunger waren.
Die weltweite Ernährungskrise, die durch Konflikte, Klimaschocks und die COVID-19-Pandemie angeheizt wird, verschärft sich aufgrund der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, der die Preise für Lebensmittel, Treibstoff und Düngemittel in die Höhe treibt, so das Welternährungsprogramm (WFP) in einem Bericht, der am 24. Juni 2022 veröffentlicht wurde. Millionen von Menschen weltweit laufen Gefahr zu verhungern, wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen werden, um zu reagieren.