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  1. Humanitäre Nachrichten

Iran: Humanitäre Hilfsmaßnahmen dauern angesichts stark steigender Bedarfe an

Von Simon D. Kist, 14 April, 2026

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat am Montag berichtet, dass UN-Organisationen und ihre Partner, darunter die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sowie Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die von der Regierung geleiteten Hilfsmaßnahmen im Iran weiterhin unterstützen, da der humanitäre Bedarf stark gestiegen ist. Die jüngsten militärische Angriffe der USA und Israels haben Zehntausende Tote und Verletzte gefordert und schwere Schäden an der zivilen Infrastruktur im ganzen Land verursacht.

Am 28. Februar initiierten Israel und die Vereinigten Staaten einen Krieg gegen den Iran, was einen größeren regionalen Konflikt auslöste. Nach 40 Tagen der Feindseligkeiten weckte die Ankündigung eines zweiwöchigen Waffenstillstands am 7. April kurzzeitig Hoffnungen auf eine Deeskalation. Die am Samstag geführten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran endeten jedoch ohne Einigung, was die Unsicherheit und die Spannungen verstärkte.

UN-Generalsekretär António Guterres hat zu einem fortgesetzten Dialog aufgerufen und betont, dass es keine militärische Lösung für den Konflikt gebe. Laut seinem Sprecher sagte Guterres, dass die Gespräche in Islamabad, obwohl keine Einigung erzielt worden sei, ein „positiver und bedeutender Schritt“ gewesen seien und fortgesetzt werden sollten.

„Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden, und der Generalsekretär ruft dazu auf, die Gespräche konstruktiv fortzusetzen, damit eine Einigung erzielt werden kann“, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Montag in New York.

Der Generalsekretär forderte zudem alle Konfliktparteien auf, den Waffenstillstand uneingeschränkt zu respektieren und keine Verstöße mehr zu begehen, und würdigte die Vermittlungsbemühungen Pakistans sowie die von Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei.

Hilfsorganisationen setzen ihre Hilfsmaßnahmen fort

Was zunächst wie eine begrenzte Eskalation erschien, hat sich zu einer komplexen landesweiten Notlage entwickelt, die die Notfallversorgungssysteme, den humanitären Zugang und die Gesundheitsdienste unter Druck setzt. Trotz des Waffenstillstandsabkommens bleibt die humanitäre Lage im Iran prekär, und in den betroffenen Gebieten besteht weiterhin erheblicher Bedarf.

Die Krisensituation hat zu umfangreichen Schäden an der zivilen Infrastruktur geführt. Bis zum 2. April wurden landesweit Berichten zufolge mehr als 158.000 zivile Gebäude beschädigt, darunter über 135.000 Wohn- und Geschäftsgebäude. Besonders schwerwiegend sind die Auswirkungen in der Provinz Teheran.

Zudem wurden 316 Gesundheitseinrichtungen, 763 Schulen und 18 Zentren des Roten Halbmonds beschädigt, was auf weitreichende Beeinträchtigungen der Versorgung mit Unterkünften, Gesundheits- und Bildungsdiensten in dicht besiedelten städtischen Gebieten hindeutet.

Unterdessen setzen UN-Organisationen, die IFRC, die Iranische Rotkreuzgesellschaft (IRCS) gemeinsam mit den nationalen Behörden ihre Hilfsmaßnahmen fort. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 800.000 US-Dollar an Notfallmitteln bereitgestellt, um die Gesundheitsmaßnahmen im Iran zu unterstützen, da das Gesundheitssystem nach wochenlangen Feindseligkeiten weiterhin unter erheblicher Belastung steht.

Die am Freitag angekündigten Mittel sollen in den kommenden Monaten grundlegende Gesundheitsdienste unterstützen, beschädigte Einrichtungen wiederaufbauen und die Bereitstellung lebensrettender Versorgung sicherstellen. Obwohl das iranische Gesundheitssystem weiterhin funktionsfähig ist, steht es unter steigendem Druck.

Die WHO erklärte, dass der Bedarf trotz des Waffenstillstands extrem hoch bleibt, da seit Ende Februar Tausende Menschen getötet und Zehntausende verletzt wurden und zudem weitreichende Schäden an Krankenhäusern, Kliniken und Notfalldiensten entstanden sind. Die Mittel werden auch die psychologische Betreuung von Gesundheitspersonal stärken und die Notfallkapazitäten ausbauen, da weiterhin Sorge hinsichtlich des Zugangs zur Versorgung und der Belastbarkeit des Gesundheitssystems besteht.

Nach Angaben iranischer Behörden wurden seit dem 28. Februar bei Angriffen der USA und Israels mindestens 3.375 Menschen getötet und über 32.000 verletzt. Die Angriffe haben in weiten Teilen des Landes die Versorgung mit Strom, Wasser, Energie und Transportmitteln unterbrochen. Über 3,2 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben.

Unterdessen arbeitet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) gemeinsam mit seinen Partnern daran, Kinder und Familien zu unterstützen, wozu auch eine verstärkte psychosoziale Betreuung gehört. Angesichts des wachsenden Bedarfs hilft UNICEF zudem dabei, den Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten wiederherzustellen.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium hat UNICEF zwei mobile Gesundheitseinheiten, acht Zelte für die medizinische Grundversorgung und mehr als 80 Notfall-Kits für die medizinische Grundversorgung bereitgestellt. Zelte und Notfall-Kits werden ebenfalls geliefert, um mehr als 225.000 Menschen zu erreichen.

Der Krieg hat besonders schwerwiegende Auswirkungen auf schutzbedürftige Gruppen, darunter mindestens fünf Millionen im Land lebende Afghanen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat Zehntausende von Flüchtlingen mit Nahrungsmitteln und Bargeldhilfe versorgt.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat derweil Zehntausenden afghanischen Flüchtlingen Beratung, Rechtsbeistand, Bargeldhilfe und psychosoziale Unterstützung gewährt. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) leistet weiterhin Schutz und direkte Bargeldhilfe für gestrandete Migranten.

Am Freitag teilte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) mit, dass sie in Abstimmung mit dem Türkischen Roten Halbmond lebensrettende medizinische Hilfsgüter und humanitäre Hilfsgüter von der Türkei in den Iran transportiert.

Am Freitag brach ein Konvoi in Ankara auf, der über das Wochenende durch die Osttürkei in den Iran fahren sollte. Die Lieferung umfasste Traumakits für die sofortige, lebensrettende Versorgung in kritischen Situationen sowie weitere humanitäre Hilfsgüter wie Zelte, Decken und Hygieneartikel, die vom Türkischen Roten Halbmond bereitgestellt wurden.

Laut IFRC ist diese Aktion von entscheidender Bedeutung, da die humanitären Lieferketten in den Iran in den letzten Wochen aufgrund des Konflikts stark unterbrochen wurden. Dadurch ist es zunehmend schwieriger und kostspieliger geworden, lebenswichtige medizinische Güter und Hilfsgüter an die Menschen in Not zu liefern. Folglich werden die Hilfsgüter auf dem Landweg transportiert.

Führende humanitäre Akteure: Schluss mit der Straffreiheit bei Verstößen gegen das Kriegsrecht

Am Wochenende äußerten die weltweit führenden humanitären Akteure ihre Besorgnis über anhaltende Verstöße gegen das Kriegsrecht und das humanitäre Völkerrecht, insbesondere im Nahen Osten.

In einer Erklärung vom Samstag wiesen die Leiter des Ständigen Interinstitutionellen Ausschusses (IASC) – in dem UN-Organisationen und humanitäre Nichtregierungsorganisationen vertreten sind – darauf hin, dass Tausende Zivilisten getötet und Hunderttausende vertrieben wurden, viele von ihnen mehrfach.

„Die Zahlen steigen weiter an, und der Zugang zu lebenswichtigen Versorgungsleistungen wird immer schwieriger. Gesundheitspersonal, Krankenhäuser und Krankenwagen wurden gezielt angegriffen“, hieß es in der Erklärung.

„Schulen wurden getroffen. Zivile Infrastruktur – darunter Brücken, Wohngebäude, Häuser, Wasserversorgungsanlagen und Kraftwerke – wurde zerstört.“

Die IASC-Erklärung brachte besondere Sorge um Frauen, Kinder und andere Menschen mit besonderen Bedürfnissen zum Ausdruck und verurteilte nachdrücklich alle Angriffe auf Zivilisten, einschließlich humanitärer Helfer und Gesundheitspersonal, sowie auf zivile Objekte.

„Wir fordern, dass alle Parteien – seien es Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen oder bewaffnete Gruppen – ihrer rechtlichen Verpflichtung zum Schutz von Zivilisten, einschließlich humanitären Helfern, und ziviler Infrastruktur nachkommen. Alle Verstöße müssen geahndet werden“, heißt es in der Erklärung.

„Selbst Kriege haben Regeln, und diese Regeln müssen eingehalten werden.“

Das Kriegsrecht ist eindeutig. Angriffe, die sich gegen Zivilisten, zivile Objekte oder für die Zivilbevölkerung lebenswichtige Infrastruktur richten, stellen schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dar und gelten als Kriegsverbrechen.

Libanon: Heftige Kampfhandlungen dauern an

Unterdessen dauern die heftigen Kämpfe im Libanon an, wo der Bedarf an humanitärer Hilfe weiter zunimmt und die Zivilbevölkerung die Hauptlast der anhaltenden Gewalt trägt. Israelische Militäraktionen sind im Südlibanon und im westlichen Bekaa-Tal nach wie vor besonders intensiv, und die Zahl der zivilen Opfer nimmt weiter zu.

Am 8. April markierte eine große Welle von Luftangriffen einen der tödlichsten Tage des Konflikts, bei dem Berichten zufolge innerhalb weniger Stunden Hunderte Menschen getötet wurden. Diese Angriffe erfolgten nur wenige Stunden nach der Ankündigung eines Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat seine Empörung über die verheerenden Todesopfer und Zerstörungen in dicht besiedelten Gebieten des Libanon infolge der israelischen Militäroperationen zum Ausdruck gebracht.

Angriffe, die sich gegen Zivilisten oder zivile Objekte wie Krankenhäuser, Schulen oder Gotteshäuser richten, stellen Kriegsverbrechen dar.

Bis Sonntag wurden laut Angaben der libanesischen Regierung im gesamten Libanon mehr als 2.000 Menschen getötet und über 6.500 verletzt. Über 1,2 Millionen Menschen wurden durch israelische Angriffe vertrieben, davon mehr als 1 Million innerhalb des Landes und etwa 200.000 haben im benachbarten Syrien Zuflucht gesucht.

Die zivile Infrastruktur hat erheblichen Schaden erlitten, darunter mindestens 18 Vorfälle, die Wasserversorgungssysteme wie Stauseen, Pumpstationen und Versorgungsleitungen betreffen. Diese Vorfälle haben den Zugang zu sauberem Wasser unterbrochen.

Das Gesundheitssystem ist extrem überlastet. Abdinasir Abubaka, der WHO-Vertreter im Libanon, hat gewarnt, dass einigen Krankenhäusern aufgrund des Anstiegs der Verletztenzahlen innerhalb weniger Tage die Notfallvorräte ausgehen könnten.

Trotz erheblicher Zugangsbeschränkungen leisten humanitäre Organisationen weiterhin Hilfe. Seit Anfang März haben UNICEF und das WFP über 100.000 Menschen in schwer zugänglichen Gebieten lebensrettende Unterstützung gewährt.

Die Vereinten Nationen fordern eine sofortige Deeskalation der Feindseligkeiten, den Schutz der Zivilbevölkerung einschließlich des medizinischen und humanitären Personals, einen nachhaltigen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe sowie dringende Finanzmittel, um alle Menschen zu erreichen, die Hilfe benötigen.

Die UN haben Israel und den Libanon zudem aufgefordert, ihre diplomatischen Bemühungen im Vorfeld der für Dienstag in Washington erwarteten Gespräche zu intensivieren.

„Wir ermutigen sowohl den Libanon als auch Israel, alle verfügbaren diplomatischen Kanäle zu nutzen, um die Feindseligkeiten unverzüglich zu beenden“, sagte UN-Sprecher Dujarric am Montag.

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