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  1. Humanitäre Nachrichten

UN starten Soforthilfeaufruf zur Unterstützung Malawis bei der Bekämpfung des Cholera-Ausbruchs

Von Simon D. Kist, 21 Februar, 2023

Die Vereinten Nationen und humanitäre Partnerorganisationen in Malawi haben am Montag einen Soforthilfeaufruf gestartet, um 4 Millionen Menschen, darunter 56.000 Flüchtlinge und Asylsuchende, zu unterstützen, die am stärksten von der Cholera betroffen und am meisten gefährdet sind. Örtliche Gesundheitsexperten sagen, dass sich die Zahl der Cholerafälle in den nächsten Monaten verdoppeln könnte, wenn nicht dringend Maßnahmen ergriffen werden, um die Hilfe zu verstärken.

Der Hilfeaufruf, mit dem 45,3 Mio. USD (42,55 Mio. EUR) für die nächsten fünf Monate mobilisiert werden sollen, wurde veröffentlicht, während die Zahl der Cholerafälle und Todesfälle in Malawi seit Anfang Januar 2023 exponentiell angestiegen ist und sich der bereits jetzt tödlichste Choleraausbruch in der Geschichte des Landes weiter verschlimmert hat. Die Mittel dienen der Unterstützung der von der Regierung geführten Maßnahmen zur Eindämmung des Choleraausbruchs.

Der derzeitige Choleraausbruch, der im März 2022 begann, hat alle 29 Bezirke Malawis erfasst und ist der größte Ausbruch in den letzten zwei Jahrzehnten im Lande. Die Zahl der Fälle stieg mit Beginn der Regenzeit im November 2022 dramatisch an, und bis zum 18. Februar 2023 wurden fast 45.000 Fälle gemeldet, darunter nahezu 1.450 Todesfälle. 

"Trotz aller Anstrengungen, die seit der Meldung des ersten Cholerafalls in Malawi vor fast einem Jahr unternommen wurden, ist die Situation weiterhin äußerst besorgniserregend. Jeden Tag nimmt die Zahl der Fälle zu, und es sterben mehr Menschen", sagte die Koordinatorin der Vereinten Nationen in Malawi, Rebecca Adda-Dontoh.

"Die gute Nachricht ist jedoch, dass Cholera zwar hochgradig übertragbar ist, aber auch leicht behandelt werden kann, wenn die Fälle frühzeitig erkannt werden, und dass sie vermeidbar ist, wenn die Gemeinden Zugang zu sauberem Wasser und guten sanitären Einrichtungen erhalten."

Die Vereinten Nationen und ihre humanitären Partner in Malawi appellieren dringend an die Geber, den Soforthilfeaufruf zu finanzieren, damit sie die von der malawischen Regierung geleiteten Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs und zur Verhinderung weiterer, vermeidbarer Todesfälle zügig durchführen können.

"Es wurde schon so viel getan, aber es muss noch viel mehr getan werden", sagte Adda-Dontoh. "Wir haben uns auf die Gesundheit konzentriert, wir haben uns auf WASH (Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene) konzentriert. Diese beiden Bereiche sind sehr wichtig, aber es gibt auch noch andere Sektoren wie Ernährung, Schutz und sogar Logistik, denn wir müssen in der Lage sein, Hilfsgüter von einem Punkt zum anderen zu transportieren."

Gesundheitsexperten haben davor gewarnt, dass in Malawi in den nächsten drei Monaten zwischen 64.000 und 100.000 weitere Cholerafälle auftreten könnten, wenn nicht dringend Maßnahmen ergriffen werden, um die Bekämpfung der Krankheit auszuweiten.

Weitere Informationen 

Vollständiger Text: The United Nations and Humanitarian Partners Call for $45.3 Million to Provide Life Saving Aid to People Devasted by the Cholera Outbreak in Malawi, Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, Pressemitteilung, veröffentlicht am 20. Februar 2023 (in Englisch)
https://reliefweb.int/report/malawi/united-nations-and-humanitarian-partners-call-453-million-provide-lifesaving-aid-people-devastated-cholera-outbreak-malawi

Tags

  • Unterfinanzierte Krise
  • Malawi

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